Was muss man tun, um Gott zu begegnen?

In der Früh, nach dem langen Gebet, fragte der Jünger den Meister: „Herr Meister, ist Gott uns näher, weil wir jetzt so lange gebetet haben?“  Daraufhin antwortete der Meister: „Ich beantworte deine Frage mit einer anderen Frage“. „Wird unser heutiges Gebet der Grund für den morgigen Sonnenaufgang sein?“ „Niemals“, sagte der Jünger. Der Sonnenaufgang ist ein natürliches Phänomen, unabhängig davon, ob wir beten oder nicht, die Sonne wird aufgehen wie immer. „Gut, in dieser Antwort steckt auchschon die Antwort auf deine Frage. Gott ist immer in unserer Nähe. Die Länge unseres Gebetes hat nichts mit dieser Wahrheit zu tun“. Der Jünger war schockiert. „Wollen Sie damit sagen, dass unser Gebet unnötig ist?“ „Niemals“, sagte der Meister. Wenn du nicht in der Früh aufstehst, kannst du nicht den Sonnenaufgang sehen. Genauso ist es auch hier; auch wenn Gott immer bei uns ist, kann nur ein Mensch, der immer betet, die Gegenwart Gottes erfahren. Unser Leben wird von Tag zu Tag schwieriger. Im Stress und in Problemsituationen wird der Mensch immer schwächer. Manchmal fühlen wir uns einsam und ratlos. In solchen Momenten muss man bedenken, dass man nicht alleine ist. “Ich werde bis zum Ende der Welt bei euch sein“, verkündete Gott. Wenn man das Gefühl hat, dass Gott uns verlassen hat, wird man schwach und bekommt Angst. Wenn man nicht genug betet und nicht richtig betet, kann man nicht die Kraft Gottes spüren. Nur weil man viel über Gebet weiß und gelernt hat, bedeutet das nicht, dass man nicht beten muss. Wenn man richtig betet, wächst man im Glauben. Der allmächtige Gott ist immer auf unserer Seite. Finden wir ihn, so werden wir stark. So können wir auch wie David sagen: „Der Herr ist mein Licht und mein Heil. Vor wem sollte ich mich fürchten? Der Herr ist die Kraft meines Lebens, vor wem sollte mir bangen?“ (Psalm 27,1)

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