Komm, Heiliger Geist, schenke uns Keuschheit!

In unserer gefallenen Welt ist keine Tugend so verhasst wie die Keuschheit. Die säkulare Welt preist oft Tugenden wie die Großzügigkeit, die Güte und Geduld – Leute, die diese Tugenden besitzen, sind „gute Menschen“. Hingegen wird die Keuschheit als Tugend völlig ignoriert und wird oft noch als etwas Altmodisches oder Rückständiges in unserer „erleuchteten“ Zeit belächelt.

Der unglaublich beliebte Zeitvertreib durch Pornographie, Verhütung, vorehelichen Sex, vulgäre Fernsehshows – all diese Dinge sind der Tugend der Keuschheit diametral entgegengesetzt. Ja, sie haben sogar zu noch größeren Übeln in der Welt geführt wie Abtreibung, Menschenhandel und AIDS-Epidemien. Die Botschaft unserer modernen Kultur „Hab Spaß und tu, was du willst!“ hat fatale Konsequenzen. Aber die Kirche in ihrer Weisheit hört nicht auf, uns die Tugend der Keuschheit vorzustellen: nicht als ein aus der Mode gekommenes Lebensmodell, sondern als ein liebendes und positives Gebot, um uns vor Schaden und Unglück zu bewahren.

Die Keuschheit ist jene Tugend, die die Sehnsucht nach sexuellen Freuden mäßigt, entsprechend den Vorgaben des Glaubens und der Vernunft. Beachtet, dass Keuschheit NICHT gleichbedeutend ist mit Abstinenz. Abstinenz oder Enthaltung ist der völlige Verzicht auf sexuelle Lust; diese Enthaltsamkeit kann tugendhaft sein, je nach unserem Lebensstand, ist aber keine Tugend an sich. Jemand, der enthaltsam lebt, wächst NICHT automatisch in der Tugend der Keuschheit; Keuschheit ist Reinheit in Gedanken, Worten und Handlungen, die Enthaltsamkeit beschränkt sich hierbei lediglich auf die Handlungen.

Unsere liebe Frau in Fatima sagte, dass wegen der Sünden des Fleisches, der Unkeuschheit, mehr Seelen in die Hölle gehen als wegen jeder anderen Sünde. Und doch hat sich unsere heutige Kultur damit vollgesogen! Man kann heute nicht mehr auf die Straße gehen ohne eine anstößige Plakatwand ansehen zu müssen, kein Fußballspiel mehr ansehen ohne eine schlüpfrige Werbeschaltung zwischendurch, keine Radio- oder Fernsehsendung mehr ansehen ohne vulgäre Zwischeneinlagen.

Wie können wir in der Tugend der Keuschheit wachsen?
1. Gebet. Wir können der Versuchung nicht ohne Gottes Hilfe widerstehen. Eine Übung der Volksfrömmigkeit, die sich bewährt hat, empfohlen von zahlreichen Heiligen wie Antonius von Padua und Hl. Alphons, ist das Beten der drei Ave Maria um Reinheit. Dies ist unglaublich einfach: man betet morgens und abends je drei Ave Maria mit dem Zusatz „Oh, meine Mutter, bewahre mich davor, heute/nachts eine Todsünde zu begehen.“ Mit den Worten des Hl. Alphons gesagt „Ein frommer Diener Mariens wird niemals zugrundegehen“.

2. Meide die Gelegenheit zur Sünde. Wenn wir uns dabei ertappen, dass wir gelegentlich öfter in solche Sünden fallen, wenn wir gewisse Menschen getroffen haben, bestimmte Filme angesehen haben oder bestimmte Websites aufgerufen haben, dann haben wir die moralische Verpflichtung, diese zu vermeiden. Wenn wir einen Akt der Reue setzen bzw. beten, dann versprechen wir ja „die Gelegenheit zur Sünde zu meiden“, denn wenn wir uns freiwillig in eine schlechte Situation begeben, kann das allein schon sündhaft sein.

3. Beachte das Gebot der standesgemäßen Keuschheit. Keuschheit sieht für einen Alleinstehenden anders aus als für ein Ehepaar oder für Ordensleute. Wenn du single bist und eine Berufung zur Ehe hast, dann beachte folgende Prinzipien für das Kennenlernen. Wenn ein Paar feststellt, dass es sich unkeusch zu verhalten beginnt, dann sollte es ehrlich darüber reden und gewisse Regeln für den gegenseitigen Umgang aufstellen. Wenn ihr für die Ehe berufen seid, dann seid ihr dafür verantwortlich, euch gegenseitig in den Himmel zu helfen, und die beste Zeit, damit zu beginnen, ist bereits VOR der Ehe. Für Ehepaare besteht der Fokus hinsichtlich der Keuschheit darauf, dass sie offen für das Leben sind und sich nicht gegenseitig für reinen Lustgewinn ausnützen (keineVerhütungsmitteln oder Sterilisation!), und dass sie nicht außerhalb der Ehe sexuellen Lustgewinn suchen.

4. Durchhalten. Wenn du immer wieder fällst, lass dich nicht entmutigen. Wie bei jeder anderen Tugend braucht es auch hier Zeit, bis du „geistliche Muskeln“ entwickelt hast. Flehe Christus an, dich zu heilen. Er heilte die Ehebrecherin und Maria Magdalena; geh beichten, fang von vorne an! Egal, an welcher Sünde du leidest, du wirst Vergebung empfangen, wenn du bittest und Gott wird in deine Seele Gnade eingießen, sodass du der Versuchung widerstehen kannst.

„Hütet euch vor der Unzucht! Jede andere Sünde, die der Mensch tut, bleibt außerhalb des Leibes. Wer aber Unzucht treibt, versündigt sich gegen den eigenen Leib. Oder wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch wohnt und den ihr von Gott habt? Ihr gehört nicht euch selbst; denn um einen teuren Preis seid ihr erkauft worden. Verherrlicht also Gott in eurem Leib!“
(1 Kor 6,18-20)

 

Colleen Smith

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