Hindernisse sind Chancen

Die Überschrift mag verwirrend klingen, aber sie wird uns viele unbeantwortete Fragen klären. Wir beten täglich darum, dass Gott uns Möglichkeiten schenken möge, sodass wir Gott unsere Liebe unter Beweis stellen dürfen. Und der Herr erhört unser Sehnen und kommt durch Situationen (freudvolle und schmerzvolle), durch Personen und auf viele andere Weisen zu uns. Aber wir entziehen uns dann, weil wir glauben, dass dies unserer Frömmigkeit hinderlich sei. Wenn alles wie am Schnürchen läuft, scheinen wir im Glauben zu wachsen, aber wenn sich irgendetwas unseren Wünschen entgegenstellt, trennen wir uns schnell von Gott. Im Alten Testament können wir ein wunderbares Wirken Gottes betrachten, nämlich im Leben des Josef, der von seinen Brüdern nach Ägypten verkauft wurde. Und der Herr war mit ihm. Schon am Beginn dieser Erzählung können wir keine Beschwerden oder Kampfversuche, seinen Brüdern zu entkommen, entnehmen. Er war von Gott geführt, und er vertraute der Kraft des Allmächtigen. Zum vorherbestimmten Zeitpunkt ehrte ihn Gott durch eine höhere Position, sodass er nun die Ägypter regierte.

Aus menschlicher Sicht war sein Leben eine Tragödie, seine Brüder hassten ihn, verkauften ihn für ein paar Silbermünzen und überall wurde ihm seine Ehre geraubt. Aber die Hand des Herrn war mit ihm und verwandelte diese Hindernisse in Möglichkeiten, um das Volk Israel zu retten. Auch wir befinden uns heute in einem ähnlichen Zustand. Wir schätzen unsere Erfahrungen nur nach menschlichen Maßstäben ein, doch nur der Ratschluss des Herrn hat Bestand (Spr 19,21). Es ist durchaus menschlich nach dem „Warum?“ zu fragen, wenn man sich in einer herausfordernden Situation befindet. Wenn wir ungerechterweise ausgenützt werden, von unseren Lieben kritisiert werden oder von jenen verachtet werden, denen wir vertrauten, dann ist diese Neigung in uns, Gott zu fragen, warum hast du mir das angetan?

Als Antwort darauf lesen wir im Alten Testament von David, der von Schimi im Land Bahurim verflucht wurde. Nach dem Zorn dieses Mannes gefragt, gab David seinem Dienern eine bemerkenswerte Antwort „Wenn er flucht und wenn der Herr ihm gesagt hat: Verfluch David! wer darf dann fragen: Warum tust du das?“ (2 Sam 16,10) Heilige und große Männer haben ein Beispiel großer Demut gesetzt, indem sie sich unter den Willen Gottes beugten. Und es gibt ein Versprechen der Liebe für jene, die Gott vertrauen „Wenn er mich anruft, dann will ich ihn erhören. Ich bin bei ihm in der Not, befreie ihn und bringe ihn zu Ehren.“ (Ps 91,15)

Wir müssen warten, dass der Herr uns seine Pläne enthüllt. Mach keinen Aufruhr und sage „warum hast du mir das angetan?“ Wenn dich ein Hund beißt, macht es keinen Sinn, dem Hund hinterherzulaufen, sondern wir kümmern uns um die Wunde und treffen die notwendigen Maßnahmen. Wegen jedem Missgeschick klagen wir andere an, statt dass wir unser eigenes Gewissen ordentlich überprüfen würden. Durch jedes Ereignis führt Gott seine Pläne aus und seine Mittel und Wege sind über jeden Zweifel erhaben. Denn unser Schöpfer weiß, was das Beste für seine Geschöpfe ist. Unser himmlischer Vater weiß, was wir brauchen, noch bevor wir ihn darum bitten. Deshalb lasst uns beten:

„Abba, Vater, danke für das Geschenk unseres Lebens. Mach uns demütig, sodass wir deinen Willen in unserem täglichen Leben annehmen und in allen Lebenslagen auf deinen Zeitpunkt warten. Amen.“

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